Die Speicherstadt

Speicherstadt HamburgDie historische „Speicherstadt“ ist eines der ganz großen Highlights im Hamburger Hafen. Ein bisschen ähnelt sie den „Docklands“ in London.

So wie es in London Spaß macht, eine Barkassenrundfahrt durch die „Docklands“ zu unternehmen, so ist es natürlich bei einer Hafenrundfahrt Hamburg total spannend, diese Lagerhäuser auch einmal von der Wasserseite aus kennen zu lernen.

Der Ursprung der Speicherstadt geht auf die Reichsgründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 zurück. Um Hamburg mit im Zollabschlussabkommen mit einzugliedern, wurde Hamburg ein Zollausschlussgebiet zugesichert, in dem Ware zollfrei be- und entladen werden konnte bzw. sogar zollfrei weiterverarbeitet werden durfte. Als Gebiet wurden die Elbinseln „Kehrwieder“ und „Wandrahm“ ausgesucht. Um dieses Lagerhauskomplex zu bauen, wurden „leider“ vorher die gesamten barocken Wohnviertel abgerissen, deren Ursprung bis ins 16. Jahrhundert zurückging. Etwa 20.000 Menschen wurden zwangsumgesiedelt.

Der Baubeginn war im 1883. Im Jahr 1888 wurde die Speicherstadt unter Kaiser Wilhelm II feierlich als Freihafengebiet eingeweiht. Gleichzeitig trat Hamburg dem „Deutschen Zollverein“ bei. Die Speicherstadt wurde aber ständig erweitert und 1914 (kurz vor dem Ersten Weltkrieg) war die Speicherstadt fertiggestellt.

Irrtümlicherweise hört und liest man fast überall – warum auch immer – dass die Speicherstadt auf zehntausenden von Eichenpfählen errichtet wurde. Auf Holzpfählen ist schon richtig, nur so viele Eichen gab es kaum – die Speicherstadt wurde auf Kieferpfählen errichtet.

Holzarten hin- oder her, heute misst die Speicherstadt eine Länge von 1.500 Metern und eine Breite von ca. 250 Metern und wird dabei durch sechs Fleete durchzogen. Gerade diese Fleete bieten bei einer Barkassenrundfahrt bzw. bei einer Hafenrundfahrt Hamburg einen netten Anblick. Auch heute noch ist die Hamburger Speicherstadt der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt. Seit 1991 steht diese historische Speicherstadt auch unter Denkmalschutz.

Ein Merkmal dieser alten Speicherhäuser ist, dass die Rückseiten der Häuser zum Wasser liegen. Jedes Stockwerk hat ein eigenes Tor. Hier machten die Lastensegler, Barkassen und Schuten fest und von der Rückseite her konnten sie beliefert werden. An einigen Häusern können Sie noch heute diese alten Kräne erkennen.

Die Mauern dieser Häuser sind sehr dick. Somit herrscht in diesen Räumen zu jeder Jahreszeit ein sehr beständiges Klima. Deshalb wurden hier traditionell vor allem verderbliche Waren wie z.B. Kaffee, Kakao, Tee, Gewürze oder auch Teppiche gelagert.

Nachdem die Frachtschiffe aber immer größer wurden und Stückgüter heutzutage fast ausschließlich nur noch mit Container transportiert werden, hat diese Speicherstadt als Be- und Endladestelle kaum noch eine Bedeutung. Die großen Containerschiffe werden jetzt in den riesigen Terminals auf der anderen Seite der Elbe be- und entladen.

Und in dieser Speicherstadt hat inzwischen ein enormer Wandel eingesetzt. Nach und nach wird das veraltete Innenleben dieser Speicher zu modernen Büros, Gewerbeflächen, Galerien und Museen ausgebaut. Und gerade durch diese neuen Ausstellungen ist die Speicherstadt zur Attraktion geworden und hat trotzdem nichts von ihrem eigenwilligen Charakter verloren.

Eine Ware, die aber immer noch sehr viel in den Speicherhäusern gelagert wird, sind Orientteppiche. Teppiche mit einem Wert von gut 1,4 Milliarden Euro stapeln sich in diesen Speicherhäusern und warten auf Kunden oder Touristen. Vor allem Teppiche aus Indien, China, Pakistan, Iran, Türkei, Aserbeidschan oder aus Afghanistan. Einkäufer aus aller Welt nutzen den Vorteil, nicht in die verschiedenen Länder reisen zu müssen, sondern auf wenigen Metern die gesamte Angebotspalette vorzufinden.

Bei unserer Hafenrundfahrt Hamburg haben Sie mit Sicherheit die Möglichkeit, diese Läger zu entdecken. Nach der Hafenrundfahrt Hamburg empfehle ich Ihnen, diese Läger einfach einmal zu besuchen. Auch wenn Sie kein Teppichgroßhändler sein sollten, es macht schon Spaß, sich dort einmal umzuschauen. Außerdem haben viele dieser Händler auch Möbelstücke und Accessoires aus ihren Heimatländern mit im Portfolio. Und, oftmals gibt es zur Begrüßung ein Gläschen orientalischen Tee.

Wie schon erwähnt, seit 1991 steht diese gesamte Speicherstadt nun unter Denkmalschutz und sukzessive werden fast alle Gebäude entkernt, saniert und in Bürogebäude, Museen oder in sonstige Attraktionen umgewandelt. Auf die für Sie interessantesten Attraktionen weisen wir während oder nach unserer Hafenrundfahrt Hamburg in jedem Fall hin.