Hamburgs Geschichte

Hamburgs GeschichteDie Stadt Hamburg entstand gar nicht an der Elbe, sondern etwa zwei Kilometer weiter nördlich, an der Alster.


Das 9. Jahrhundert:

Direkt an der Alster lag ein kleiner Hügelzug, auf dem (wahrscheinlich) 817 n. Chr. die „Hammaburg“ erbaut wurde. Dieses war der erste christliche Vorposten nördlich der Elbe, von dem aus die Slawen, die Sachsen und die Wikinger für den christlichen Glauben gewonnen werden sollten.

Das Ganze klappte nicht so ganz wie geplant. 845 wurde die „Hammaburg“ von dänischen Wikingern zerstört und der „Erzbischof Ansgar“ musste nach Bremen fliehen.


Das 10. Jahrhundert:

Um 900 wurde an selbiger Stelle eine Domburg mit einer kleinen hölzernen Kirche erbaut. Hier lebten jetzt ca. 200 Menschen, die als Fischer, Handwerker oder als Händler arbeiteten. Zur gleichen Zeit entstand sogleich auch der erste Hafen an der Alster. Da dieses Gebiet zu der Zeit immer noch ein sehr umkämpftes Gebiet war, errichtete man einen Befestigungswall, den „Heidenwall“.

Aber selbst innerhalb dieser kleinen Ortschaft gab es Konkurrenz. Die sogenannte Altstadt wurde von den Hamburg-Bremer Erzbischöfen (geistliche Macht) kontrolliert, die damalige Neustadt von den Billunger Grafen (weltliche Macht).

Erst im Jahre 1216 schlossen sich die bischöfliche Altstadt und die gräfliche Neustadt zu einer Stadt zusammen. Von da an gab es eine gemeinschaftliche Verwaltung und ein gemeinsames Rathaus. Eigentlich ist das die Geburtsstunde der Stadt Hamburg.

1189 wurde erstmalig der Fluss „Alster“ aufgestaut. Auf Grund eines hölzernen Dammes entstand der erste Mühlenteich. 1235 wurde ein weiterer Damm erbaut, und zwar am heutigen Jungfernstieg (früher Reesedamm). Also, wenn sie neben einer Hafenrundfahrt Hamburg auch eine Fahrt auf der Alster unternehmen, wissen Sie jetzt, dass die Alster ein im 13. Jahrhundert entstandener Stausee ist.

1220 werden die Elbinseln „Grimm“ und „Cremon“ eingedeicht und der Hamburger Hafen verlagert sich endlich von der Alster in Richtung der Elbe.


Das 13. Jahrhundert:

Hamburg wird in vier Kirchenspiele aufgeteilt:

St. Petri-Kirche (Altstadt),
St. Nikolai-Kirche (Neustadt),
St. Katharinen-Kirche (Cremon und Grimm),
St. Jacobi-Kirche (die östliche Stadterweiterung).


Das 14. Jahrhundert:

Hamburg steigt allmählich zu einer blühenden Hafenstadt auf und immer mehr voll beladene Handelsschiffe segeln hinauf der Elbe. Um 1300 leben hier rund 5000 Menschen.
1350 stirbt allerdings die Hälfte der Einwohner an der Pest (doofe Krankheit).
Dennoch wächst Hamburg weiter an. 1377 zählt Hamburg (jetzt auch Hansestadt) 14.000 Einwohner.

Die Handwerker werden in Berufsgruppen eingeteilt, den sogenannten „Zünften“. Es gibt z.B.: Brauer, Böttcher, Maler, Fischer, Bäcker…
Sie leben gemeinsam in Zunftstraßen. Noch heute erinnern viele Straßennamen an diese Zünfte, z.B.: „Fischers Allee“, Bäckerbreiter Gang“…
Interessant ist auch der Straßennamen der Schlachter, die „Knochenhauer Gasse“.

Viele Handwerker verkaufen ihre Waren direkt von ihren Fenstern aus, indem sie ihre Fensterladen aufklappen. Daher soll tatsächlich das Wort für die heutigen Geschäfte, der „Laden“ stammen.


Das 17. Jahrhundert – die Zeit des „30-Jährigen Krieges“:

Um Hamburg herum werden gewaltige Mauern, Bastionen, Schutzwälle und Gräben gebaut. Dadurch war Hamburg auch eine der wenigen Städte, die relativ unzerstört den „30-Jährigen Krieg„ überstanden haben.

Die Stadtmauer zerteilt den Alstersee in zwei Teile. Innerhalb der Stadtmauer liegt die „Innenalster“ (heute Plattdeutsch „Binnenalster“) und vor den Toren liegt die „Außenalster“.

Schaut man heute auf einen Hamburger Stadtplan…

… so erkennt man immer noch den Verlauf der des damaligen Verteidigungswalls anhand der Straßennamen: „Holstenwall, Gorch-Fock-Wall, Glockengießerwall, Klosterwall“…

… und man findet ebenso noch die Tore der alten Stadtmauer: „Dammtor, Steintor, Deichtor, Brooktor, Sandtor, Millerntor“.

Und vor den Toren der Stadt – wer oder was wohnte dort? Richtig, das Gesindel. Also war es immer wichtig, in die Stadt zurück zu kehren, bevor abendlich die Stadttore geschlossen wurden – daher soll der Begriff „Torschlusspanik“ kommen.

1620 überspringt Hamburg erstmalig die Einwohnerzahl von 40.000 Einwohnern und ist Deutschlands größte Stadt. inzwischen ist in der Neustadt auch die Hamburgs fünfte Hauptkirche, die St. Michaelis-Kirche, errichtet worden. In der Altstadt, wo die Reichen wohnen, werden die Häuser prächtiger. Schöne Fassaden und geschwungene Giebel prägen die Kaufmannshäuser, die vielfach in niederländischem Stil erbaut werden. Allerdings, vor allem in der Neustadt wurde es immer enger und teilweise unerträglich. Die Gängeviertel entstanden und auf engsten Raum lebten mehr und mehr Menschen, bis…


Das 19. Jahrhundert

…der „Große Brand“ von Hamburg. Am 5. Mai 1842 brannte es in einem Speicher in der Deichstraße. Durch die viel zu dichte und enge Bebauung der Gängeviertel konnte sich das Feuer ungehindert ausbreiten. Länger als 3 Tage wütete das Feuer, und als es am 8. Mai im nordöstlichen Ende der damaligen Stadt erlosch, war ein Drittel der Stadt vernichtet – und was so tragisch war, vor allem das ganz alte, das historische Hamburg wurde fast vollständig vernichtet.

Danach entstand ein „neues“ Hamburg – Der Bau von Fachwerkhäusern wurde verboten, mehr und mehr Steinhäuser prägten das Hamburger Bild, breite Straßen wurden angelegt, Verteidigungswälle wurden zu Parkanlagen. Erstmals entstehen Wohngebiete außerhalb des alten Wallrings und 1897 wird das heutige Rathaus (Hamburgs 6. Rathaus) eingeweiht.

By the way – neben einer Hafenrundfahrt durch den Hamburger Hafen, bietet sich bei einem Besuch in Hamburg auch immer eine Führung durch das Hamburger Rathaus an.

Einen sehr großen Anteil am neuen Stadtbild haben wir vor allem den Architekten und Ingenieuren „William Lindley“ und „Alexis de Chateauneuf“ zu verdanken.

Im Preußisch-Dänischen Krieg fallen 1864 die Landesteile „Schleswig“ und „Holstein“ (das heutige „Schleswig-Holstein“) an Preußen und Dänemarks zweitgrößte Stadt, die Stadt „Altona“ gehört fortan zu Preußen.


Das 20. Jahrhundert

Die größte Erweiterung erfuhr Hamburg durch das „Groß-Hamburg-Gesetz“, welches am 1. April 1937 in Kraft trat. Viele Städte und Gebiete rund um die Stadt wurden eingemeindet. Innerhalb eines Tages stieg die Einwohnerzahl Hamburgs um 40% und das Stadtgebiet vergrößerte sich sogar um 80%.

Die größte Katastrophe des 20. Jahrhundert war für Hamburg (sowie natürlich auch für fast alle Deutschen Städte) der 2. Weltkrieg. Vor allem während der Alliierten-Operation „Gomorrha“ vom 25. Juli bis zum 3. August 1943 erlebte Hamburg die schwersten Luftangriffe. Endlos viele Stadtteile und Straßenzüge gingen während dieser Bombennächte in Flammen auf und wurden vernichtet. Ca. 35.000 Hamburger verloren in diesen Tagen und Nächten ihr Leben und ca. 125.000 Einwohner wurden verletzt.

Nach dem Kriege wurde wieder aufgebaut und auch dank vieler „Trümmerfrauen“ wurde unvorstellbares geleistet. 43 Millionen Kubikmeter Trümmer wurden beseitigt, neue Wohnviertel bekamen oberste Priorität und vor allem in den 50-ziger Jahren wurden endlos viele historische Gebäude wieder originalgetreu restauriert. Der schwer zerstörte Hafen wurde wieder aufgebaut, 1967 entstand der erste Containerhafen, Einkaufspassagen wurden neu eröffnet, Brücken, Wahrzeichen, Bürostraßen… alles wuchs und gedieh.

Im Jahre 1949 wurde Hamburg ein selbstständiges Land in der Bundesrepublik Deutschland.

Am 6. Juni 1952 beschloss die Bürgerschaft die bis heute gültige Verfassung der „Freien und Hansestadt Hamburg“.

Im Mai 1989 feierte Hamburg seinen 800. Hafengeburtstag.

Das 21. Jahrhundert

Deutschlands zweitgrößte Stadt erreicht die Einwohnerzahl von 1,8 Millionen Einwohnern.

Mit der HafenCity entsteht das größte innerstädtische Bauprojekt Europas.

Das größte Highlight des 21. Jahrhunderts:
Meine „Hafenrundfahrt Hamburg“ wird ins Leben gerufen.