Hanse und Piraten

Hanse und PiratenHamburg - Eine Hansestadt

Wenn man in Deutschlands Städten ein Auto mit dem Kennzeichen „HH-…“ entdeckt, dann wissen viele, dieser PKW kommt aus der Hansestadt Hamburg.
Aber warum eigentlich Hansestadt?

Die „Hanse“ wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Zu der Zeit schlossen sich viele Handelsstädte zu einem Bund zusammen und gewährten sich gegenseitig Zollvorteile. Ein weiteres Ziel war es, sich gemeinsam gegen die Piraterie zu unterstützen und gemeinsam wirtschaftliche Interessen zu vertreten.

Begonnen hat die „Hanse“ im Nord- und Ostseeraum und als Start wird oftmals die Gründung der Hansestadt Lübeck aufgeführt. 1356 trat der erste Hansetag zusammen, an der alle Hansestädte teilnahmen. Den Kern der Hanse bildeten 72 Städte. Weitere 130 Städte waren locker mit eingebunden. Auf einem Hansetag wurden alle Fragen behandelt, die das wirtschaftliche Verhältnis untereinander regelten. Die Beschlüsse waren für alle Mitglieder verbindlich. Auf Grund der Vormachtstellung Lübecks fanden dort auch 54 der 72 abgehaltenen Hansetage statt.

Die Hochzeit der „Hanse“ waren das 14. und das 15. Jahrhundert. In Zeiten Ihrer größten Ausdehnung waren fast 300 See- und Binnenstädte des nördlichen Europas zusammengeschlossen. Oftmals liest man auch noch den Begriff „Städtehanse“ oder „Kaufmannshanse“.

Auch Hamburg profitierte sehr von diesem Bündnis und stieg bald zu einer der größten Handelsmetropolen in Norddeutschland auf. In Hamburg wurden viele Pelze, Lederwaren, Wolle, Holz und Weizen aus dem Norden kommend umgeschlagen. Südliche Handelsgüter waren eher Wein und Schmuck. Das Hauptexportgut war lange Zeit das Bier, was der Stadt den Namen „Brauhaus der Hanse“ einbrachte.

Aus dem Orient kamen vor allem wertvolle Gewürze. Nachdem viele Hamburger Kaufleute durch den Handel mit diesen edlen Gewürzen reich wurden, entstand der Begriff „Pfeffersäcke“. Diesen Ausdruck hört man sogar heute noch recht häufig und die beliebte Jugendserie „Die Pfefferkörner“ wird übrigens in der Hamburger Speicherstadt gedreht.

Die Farben der „Hanse“ waren „Rot und Weiß“. Wie auch im Hamburger Stadt-Wappen, findet man diese Farben ebenfalls häufig in anderen Hansestädten. Die Hauptgrundlage der „Hanse“ war das Transportwesen zur See. Das Symbol der „Hanse“ war von daher immer die Kogge. Bis zu 200 Tonnen Ladung konnten diese dickbauchigen und 30 Meter langen Segelschiffe aufnehmen.

Der eigentliche Machtverlust der „Hanse“ begann Ende des 15. Jahrhunderts. Einer der Hauptgründe war sogar die Entdeckung Amerikas. Der dominierende Wirtschaftshandel auf der Nord- und Ostsee verlor immer mehr Anteil durch den wachsenden Anstieg des Handels auf dem Atlantik. Dabei ging nicht etwa das Handelsvolumen der Hanse im eigentlichen Sinne zurück, es entstanden jedoch mächtige Konkurrenten, die die Bedeutung der Hanse schwächten. Mehr und mehr Städte verließen den Bund der Hanse.

1669 wurde der letzte Hansetag in Lübeck abgehalten. Natürlich hat die Hanse heute keinerlei wirtschaftliche Bedeutung mehr. Aber, offiziell wurde sie nie aufgelöst, deshalb gibt es immer noch einige Hansestädte wie z.B. die: „Hansestadt Lübeck“, die „Hansestadt Bremen“… und, die „Hansestadt Hamburg“ mit ihren spannenden Hafenrundfahrten.

 

Die Piraterie & Klaus Störtebeker

Die Hanse bewährte sich auch im gemeinsamen Kampf gegen die Seeräuber. Die kostbaren Waren auf den hanseatischen Koggen lockten natürlich auch immer wieder Piraten an. Die hohen Piratenschiffe waren den niedrigen Koggen meistens überlegen. Die Piraterie war für die nordeuropäische Wirtschaft absolut verheerend.

Einer der bekannteste Seeräuber seiner Zeit war mir Sicherheit „Klaus Störtebeker“ und seine „Vitalienbrüder“.

Um sich zu wehren, rüstete die Hanse mit Kriegsschiffen auf, um die Seeräuber zu jagen. „Klaus Störtebeker“ ist mit seinen Schiffen aber immer wieder auf hoher See entkommen.

Am 22. April wurde er allerdings von einer Hamburger Flotte vor Helgoland gestellt und nach einer erbitterten Schlacht gefangen genommen und nach Hamburg gebracht.

Am 21. Oktober 1401 wurde „Klaus Störtebeker“ mit 72 seiner Gefährten auf dem „Grasbrook“ enthauptet.

Der Legende nach soll ihnen gestattet worden sein, dass all jene Männer überleben durften, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbeizugehen vermochte. An elf Männern schritt der Geköpfte vorbei, bevor ihm der Henker einen Balken vor die Füße warf und er stolperte. (Sorry – aber das ist mit Sicherheit nur eine Legende.)

Falls Sie ihn aber noch einmal persönlich kennen lernen möchten, sein angeblich originaler Schädel ist im „Hamburg Museum“ ausgestellt.

Bei unserer Barkassenfahrt bzw. Hafenrundfahrt Hamburg kommen wir direkt am „Grasbrook“ vorbei.
Allerdings werden dort heutzutage keine Piraten mehr geköpft!
Heute ist der „Grasbrook“ einer der Anlegeplätze für unsere Kreuzfahrtschiffe.